Ein Junges Kind spielt mit Holzfahrzeugen.

Gedanken einer Mutter: Ich habe einen Traum!

…Ich habe einen Traum!

Der erste Schultag meines Jüngsten! Ich habe ihn mir oft vorgestellt.

Zuerst hätte er, genauso wie seine Brüder zuvor, gemeinsam mit mir den Festgottesdienst zu Ehren der Schulanfänger und Schulanfängerinnen in unserer Kirche besucht.

Dann wären wir zu Fuß, gemeinsam mit den vielen erwartungsvollen Kindern und den anderen Muttis und Vatis, Großeltern und Geschwistern in die nahe Volksschule gegangen. Ich und mein Bub hätten die Frau Lehrerin dann freudig begrüßt.

Mein Sohn, der seine zukünftigen Schulkollegen und Schulkolleginnen ja alle bereits kennt, wäre deshalb nicht ganz so aufgeregt gewesen. Besser gesagt, er hätte sie alle gekannt, wenn nicht…

Drei Jahre lang hat er mit seinen Freunden im Kindergarten gespielt, Lieder gesungen, gelacht und getanzt. Alle haben die Gebärdensprache gelernt und sind stolz darauf, mit meinem Kleinen, mit den Händen sprechen zu können.

Ein Junges Kind spielt mit Holzfahrzeugen.

Mein Sohn, er WAR Teil dieser Gemeinschaft.

Aber leider ist nun alles anders.

ER hat das Down Syndrom. Keine große Sache für ihn. Auch für uns, die Familie und die Freunde nicht. Er ist so wie er ist –EINZIGARTIG!

Aber für die Bürokratie unseres Schulwesens ist dieses Anderssein ein Defekt am 21. Chromosomenpaar. Und dieser Defekt ist so wesentlich, dass er nun nicht in seiner Heimatgemeinde unterrichtet werden darf.

Ich spüre noch immer den Schmerz, als man mir seitens der Schulbehörde mitgeteilt hat, dass eine Beschulung in der Schule vor Ort nicht möglich sei. Man habe nicht die personellen „Ressourcen“, um meinen Sohn am Heimatort zu unterrichten, wurde mir trocken mitgeteilt.

Seltsam, der Schmerz schmeckt bitter. So fühlt sich Einsamkeit an.

Wie wird er nun tatsächlich sein, dieser erste Schultag?

Wie wird es sein, wenn mein Sohn mich fragt, wo seine Freunde und Freundinnen sind?

Der Bus wird ihn dann in die Sonderschule bringen. Die Pädagoginnen dort werden sich sicherlich sehr bemühen…aber es bleibt dennoch eine Bitterkeit.

Warum darf er nicht bei uns im Ort zur Schule gehen? Er ist dort fest verankert.

Was wird man seinen Freunden sagen, wenn sie nach meinem Sohn fragen? Wird man sagen:“ Er ist beeinträchtigt und musste deshalb in eine andere Schule.“


Sieht so Inklusion aus?

In meinen Träumen geht er bei uns im Ort zur Schule. Alle Kinder kennen ihn und schätzen ihn für seine Fröhlichkeit, seine Neugierde und seine ehrliche Zuneigung.

Alle Lehrerinnen sind ihm zugetan, weil er so ist, wie er ist.

Er erobert die Welt und der Bus in die Sonderschule fährt ohne ihn los, weil wir ihn nicht brauchen.

Ähnliches

Newsletter

Einblicke in unsere Bereiche

#MiteinanderArbeiten Arbeitsassistenz 💼 30 JAHRE EINSATZ FÜR BERUFLICHE INKLUSION Im Herbst feierten wir 30 Jahre Arbeitsassistenz – drei Jahrzehnte, in

Newsletter

Einblicke in unsere Bereiche

#MiteinanderArbeiten Werkstätte BBB 🍽️ FRISCH AUF DEN TISCH Seit Juli dürfen wir im BBB wieder jeden Tag frische, gesunde und

Newsletter

Miteinander in die Zukunft

4 Dimensionen. 1 Ziel. Gemeinsam machen wir die Miteinander FIT für die Zukunft! 🚀 Highlights aus den Projekten   ORG-FIT 

Newsletter

Veranstaltungen und Termine

Rückblick: Das war los   Erste-Hilfe-Kurse 📅 September 🚑  FIT FÜR DEN ERNSTFALL An fünf Terminen im September nutzten rund

Newsletter

Einblicke in unsere Bereiche

#MiteinanderArbeiten Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz 🧢 UNSER MITEINANDER-KAPPERL AUF REISEN Auch wenn unser Betriebsratsfest bereits im Juni stattgefunden hat, hielt

Newsletter

Einblicke in unsere Bereiche

#MiteinanderArbeiten DigiPrint 🖼️ FOTOKUNST TRIFFT DIGIPRINT Der Fotokünstler Dr. Diewald-Hagen arbeitete mit uns zusammen und setzte bei der Umsetzung seiner

Newsletter

Einblicke in unsere Bereiche

#MiteinanderArbeiten Werkstätte DHW 💬 VERSTEHEN, AUSDRÜCKEN, TEILHABEN Unterstützte Kommunikation liegt uns im DHW besonders am Herzen. Dank der wertvollen Zusammenarbeit

Newsletter

Einblicke in unsere Bereiche

#MiteinanderLernen Frühförderung 🧩 AUTISMUS BESSER VERSTEHEN Im Sommer durfte sich unser Team der Frühförderung über eine ganz besondere Fortbildung freuen: